Landesmusikrat Niedersachsen e.V.

Corona-Pandemie: Informationen

Informationen für Kulturschaffende & Musizierende während der Corona-Pandemie

Wir stellen Ihnen eine vorläufige Sammlung von aktuellen Informationen, Hilfestellungen und Wissenswertes – unterteilt in verschiedene Themenbereiche – zur Verfügung, die wir regelmäßig aktualisieren.

Es gelten die Richtlinien der jeweiligen Landesregierungen. Genehmigungen, die darüber hinausgehen, müssen durch die zuständigen Gesundheitsämter erteilt werden. Die Verantwortung für den Inhalt liegt bei den jeweiligen Autoren.

Fehlt Ihnen eine bestimmte Information? 

Ihre diesbezüglichen Hinweise und Nachfragen nehmen wir gerne entgegen. 

Unser Team steht Ihnen als Ansprechpartner*innen aus dem home office weiterhin zur Verfügung.

Wir danken Ihnen für Ihr Engagement!

Montag, 22. Juni 2020: Neue Verfügung des Landes tritt in Kraft

Theater, Konzerthäuser, Kulturzentren und ähnliche Einrichtungen dürfen wieder öffnen. Clubs und Diskotheken sind weiterhin für den Publikumsverkehr geschlossen. (§1, (3))

Bildungseinrichtungen dürfen Bläserensembles und Bläserorchester sowie Chöre nur in Gruppen bis max. vier Personen unterrichten. Diese Einschränkung gilt nicht, wenn der Unterricht unter freiem Himmel stattfindet. (§2h)

Musikunterricht darf erteilt werden, wenn sichergestellt wird, dass jede Person beim Betreten und Verlassen der Einrichtung sowie beim Aufenthalt in der Einrichtung einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person, die nicht zum eigenen Hausstand gehört, einhält. (§2h)

Die Durchführung kultureller Veranstaltungen ist mit 250 sitzenden Personen zulässig, sofern Hygiene- und Schutzmaßnahmen eingehalten werden können (u.a. Abstand von mind. 1,5 m, Erhebung der Kontaktdaten). Bei Indoor-Veranstaltungen gilt eine Maskenpflicht. (§1, (5c))

Bis zum Ablauf des 31. Oktober 2020 sind u.a. Veranstaltungen mit 1000 oder mehr Teilnehmenden verboten. Unabhängig von der Anzahl der Teilnehmenden alle Volksfeste, Kirmesveranstaltungen, Festivals, Dorf-, Stadt-, Straßen- und Schützenfeste und ähnliche Veranstaltungen verboten. (§1, (6))

Die Verordnung ist bis 5. Juli 2020 gültig.

Für eine rechtsverbindliche Auskunft ist die Niedersächsische Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus heranzuziehen. Dies ist ein unverbindliches Informationsangebot.

Stufenplan Land:
„Was ist erlaubt?“

Die Landesregierung Niedersachsen hat einen Plan aufgestellt, wie die Einschränkungen in allen Lebensbereichen schrittweise reduziert werden können. „Zusammen mit Fachleuten aus mehreren Ressorts wurde ein Stufenplan erarbeitet: der „Niedersächsische Weg in einen neuen Alltag mit Corona“. Es handelt sich um das bundesweit erste Gesamtkonzept dieser Art.“ schreibt die Niedersächsische Staatskanzlei.

In einer Bewertungsmatrix wurden die unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereiche wie Kita und Schule, Handel und Dienstleistungen, Gastronomie und Touristik, aber auch private Kontakte, Kultur, Sport und Freizeit und die Versammlungen neben- und übereinandergelegt.

Gemeinnütze Kultureinrichtungen und Kulturvereine können bis zum 15. Juli im Rahmen des Corona-Sonderprogramms des Landes Niedersachsen Hilfen beantragen. Zielgruppe sind die vielen Kultureinrichtungen in der Fläche, sei es das soziokulturelle Zentrum, der Heimatverein oder die Freilichtbühne. Das Programm ist zunächst mit sechs Millionen Euro hinterlegt.

Weitere Informationen
PDF: Corona Sonderprogramm Kultureinrichtungen

Der Präsident des Landesmusikrats Niedersachsen:
Hilfen müssen auch ankommen

Inzwischen sind gut drei Monate vergangen, seit uns die Corona-Pandemie mit einer ungeahnten Intensität überrollt hat. Wir haben zu Beginn lernen müssen, wie wir uns auf diese unbekannte Situation einstellen und wie wir die damit verbundenen Einschränkungen und Probleme bewältigen können. Wir dürfen uns deshalb bei vielen Menschen bedanken, die während der vergangenen Wochen Verantwortung übernommen haben, um dieser Krise angemessen zu begegnen.

Nachdem wir die ersten Wochen der Pandemie mit vielen Einschränkungen erlebt haben und jetzt beginnen, unseren Alltag unter erschwerten Bedingungen wieder aktiv zu gestalten, ist es Zeit, eine Bestandsaufnahme vorzunehmen und den Blick auf die Perspektiven zu lenken. Die Auswirkungen des Lock-Downs haben in allen Lebensbereichen tiefe ideelle und materielle Einschnitte hinterlassen. Wir müssen aber feststellen, dass die Kultur in Deutschland und gerade in Niedersachsen besonders schwer davon betroffen ist. Viele kulturelle Einrichtungen und Kulturschaffende Menschen leiden unter existenziellen Nöten und wissen aufgrund fehlender Perspektiven nicht, wie es weitergehen kann. Sie benötigen dringend finanzielle Unterstützung zur existenziellen Absicherung und verlässliche Aussichten für eine zukunftsorientierte Gestaltung ihres kulturellen Wirkens.

Die frühzeitig durch die politisch Verantwortlichen angekündigten finanziellen Hilfen erreichen die bedürftigen Menschen und Einrichtungen nicht, weil sie fast ausnahmslos durch das Raster der Förderkriterien fallen. Die Förderprogramme sind so gestaltet, dass sie weder das berufliche Wesen von Solo-Selbständigen Musiker*innen und Einrichtungen noch die Wirklichkeit der 2.800 ehrenamtlich geführten niedersächsischen Amateurmusikvereine und Chöre erfassen und berücksichtigen. Der Stufenplan und die Verordnungen der niedersächsischen Landesregierung zum Wiedereinstieg vermitteln weder eindeutige Aussagen zu diesen häufig nicht im Plan auffindbaren Personen und Einrichtungen, noch können sie eine dringend benötigte Perspektive trotz vorliegender Studien und Hygiene-Konzepte in Aussicht stellen.

Der Landesmusikrat Niedersachsen erwartet von der niedersächsischen Landesregierung, die zu Beginn der Krise angekündigten Förderprogramme entweder neu aufzulegen oder so zu gestalten, dass die Hilfen auch tatsächlich bei den Bedürftigen ankommen, um die zahlreich zu befürchtenden Insolvenzen von Solo-Selbständigen oder Einrichtungen zu verhindern. Die Planungen zum Wiedereinstieg sollten so gestaltet sein, dass sich die musikalischen Einrichtungen und musikschaffenden Menschen auch identifizierbar in diesen Plänen wiederfinden und eine Aussicht auf verlässliche Perspektiven erhalten.

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Förderungslücke für Soloselbständige gemeinsam schließen

Der Deutsche Musikrat (DMR) und die Konferenz der Landesmusikräte (KdLMR) fordern für soloselbständige Musikerinnen und Musiker eine pauschale monatliche Zahlung von mindestens 1.000 Euro. Damit sollen Corona-bedingte Einnahmeverluste zumindest in Teilen überbrückt werden.

Der DMR und die KdLMR erkennen das Engagement der Bundesregierung mit ihren umfangreichen Hilfs- und Konjunkturprogrammen in der Coronakrise ausdrücklich an. So ermöglichte der Bund, Bereiche des Musiklebens wie freie Ensembles durch Nothilfen vor der Insolvenz zu bewahren, und das mit einer Milliarde Euro veranschlagte Kulturprogramm „NEUSTART KULTUR“ als Teil des Konjunkturpakets bedeutet eine umfassende Hilfe insbesondere für den Erhalt der Kulturinfrastruktur. Für soloselbständige Kreativschaffende greifen allerdings aufgrund der Vergaberegelungen weder die Soforthilfen zu Beginn der Krise noch sind für sie im Konjunkturprogramm „NEUSTART KULTUR“ Maßnahmen vorgesehen.

Die Landesmusikräte sehen in der desolaten Situation der freischaffenden Musikerinnen und Musikern vor Ort täglich, wie notwendig eine unbürokratische Entschädigungszahlung für Einnahmeausfälle ist. Für eine lange, unbestimmbare Zeit wird unter Pandemiebedingungen und entsprechenden Abstandsregeln wirtschaftliches Arbeiten als soloselbständige Musikerin oder soloselbständiger Musiker nicht möglich sein.

Lesen Sie hier die gesamte Pressemitteilung des DMR und der KdLMR

VdM Zielsetzungen:
„Darf man wieder unterrichten und wie?“

„Ist Musikunterricht erlaubt? Ja oder Nein?“

Die Wiedereinstiegsstrategie für öffentliche Musikschulen in Niedersachsen und die Bedingungen für die Musikschularbeit im Rahmen eines verbindlichen und flexiblen Corona Schutzkonzepts sind in dieser PDF zu finden.

Der VdM hat die Musikschulen ausdrücklich ermuntert, ihre kommunalen Gesundheitsbehörden um eine günstige Auslegung der aktuellen Landesverordnung zu bewegen. Um seine Mitgliedern beim Wiedereinstieg in den Betreib nach der Corona-Schließung zu unterstützen und eine Entscheidungsfindung in den Kommunen zu ermöglichen, hat der Verband der deutschen Musikschulen (VdM) eine umfassende Handreichung erarbeitet, die im Kern einen mehrphasigen Stufenplan beinhaktet. Dieser Orientierungsplan ist für alle öffentlichen Musikschulen in Deutschland Grundlage für eine schrittweise, dabei stets verantwortungsbewusste Öffnung des Unterrichtsbetriebs.

FAQs Musikland: „Wo kann ich mich über Förderprogramme informieren?“

Musikland Niedersachsen hat umfangreiche Informationen und FAQ’s zum Thema „Corona für freischaffende Musiker*innen und Kultureinrichtungen“ zusammengestellt.

zu den FAQs

Pressemitteilung von akku:
Sonderfonds jetzt! Für ein Niedersachsen mit Kultur.

Die niedersächsischen Kulturverbände fordern die Landesregierung auf, das PingpongSpiel der Zuständigkeiten zwischen Land und Bund zu beenden und die Zukunft einer vielfältigen Kunstund Kulturlandschaft in Niedersachsen langfristig zu sichern. Modelle vieler Nachbarländer zeigen, wie durch enge Zusammenarbeit von Regierungen und Kulturverbänden passgenaue Fördermittel für Kulturprojekte bereitgestellt werden. Auch Niedersachsen benötigt die Förderung kreativer Ideen und Formate der Kulturszene, um den Fortbestand von Strukturen zu unterstützen und die Rückkehr der Kultur in den Alltag zu ermöglichen!

zur Pressemitteilung

Kulturjournal NDR: „Was ist in Niedersachsen so los?“

Bleiben Sie mit Julia Westlake vom NDR-Kulturjournal auf dem neuesten Stand. In 4-5 Minuten Beiträgen berichtet sie über Themen, wie zum Beispiel „Corona und Kulturschaffende: Kommt die Soforthilfe wirklich an?“, „Krise wegen Corona: Aus für „Dialog im Dunkeln“?“ und „Wiedereröffnung mit Schwierigkeiten: Museen nach dem Lockdown“.

Nähere Details

online-Konzert-Plattformen

Corona legt derzeit den Konzertbetrieb lahm. Das Musikland Niedersachsen bietet mit #heimvorteil eine Plattform, auf der Sie Ihr online-Konzert verlinken können oder sich verschiedene digitale Konzerte von Künstler*innen aus Ihrer Umgebung in Niedersachsen ansehen können: https://heimvorteil-niedersachsen.de

Im Zuge der aktuellen Situation entstehen weitere zahlreiche, tolle Konzert-Streaming-Angebote. Einige davon möchten wir Ihnen hier vorstellen:

https://www.ndr.de/kultur/Kultur-trotz-Corona-einfach-online-geniessen,kulturtrotzcorona100.html
https://www.quarantäne.tv
https://www.unitedwestream.berlin
https://dringeblieben.de